Die Kapitel im Einzelnen
(Die Laufzeiten der einzelnen Kapitel in Min. finden Sie im Inhaltsverzeichnis)
| 01. Ausgangssituation - Ich möchte ErzieherIn werden, weil... |
„Oh je, da will jemand an die Blackbox eines wichtigen Themas ran“. - Prof. Dr. Stefan Sell
Dieses Kapitel ist als Einführung gedacht und stimmt die Zuschauer auf die Thematik des Filmes ein. Darin wird angesprochen, welche Aufgaben ErzieherInnen in KiTas haben und welche Rolle die p e r s o n a l e n Kompetenzen dabei spielen. Ein Kaleidoskop von Aussagen angehender und bereits aktiver ErzieherInnen zu ihrer Motivation („Warum sie ErzieherIn werden möchten bzw. wollten") bietet lebendige Anknüpfungspunkte für Auszubildende dieses Berufes. Es folgen zwei Unterkapitel: In 01.1. werden namhafte Experten gefragt „Was eine gute ErzieherIn auszeichnet?" Sie konstatieren hier, wie wichtig personale Kompetenzen sind und dass sich die Fachwelt bislang zu wenig damit beschäftigt hat. In 01.2. („Was können ErzieherInnen heute besonders gut?") sprechen Wissenschaftler und PraktikerInnen den ErzieherInnen viel Lob aus für das was sie bislang leisten bzw. besonders gut machen. Diese Auswahl von Aussagen erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, bietet aber überraschende und positive Erkenntnisse bezüglich der Fähigkeiten der ErzieherInnen in Deutschland.
| 02. Personale Kompetenzen - Welche sind das? |
„Unter Haltung würde ich erstens Gelassenheit verstehen, auch gegenüber allen möglichen Anforderungen, die z.B. von Politikern und Eltern an ErzieherInnen gerichtet werden. Es geht nicht darum, allen Anforderungen zu entsprechen, das führt nur zu Hektik und das ist das Gegenteil von dem, was ich mir als Grundlage für einen Bildungsprozess von Kindern vorstelle“. – Prof. Dr. Rainer Strätz
Wer wissen will, welche Fähigkeiten, Eigenschaften und Tugenden zu den wesentlichen personalen Kompetenzen der ErzieherInnen gehören und was damit jeweils konkret gemeint ist, hier findet er/sie die Antworten dazu. Nach einem kurzen Einstiegskapitel (02.1. „Vorgaben für die Ausbildung“) , in dem angesprochen wird, was in den Ausbildungs-Curricula vorgeschrieben bzw. gefordert wird, werden in einem der wichtigsten Kapitel dieser DVD (02.2.) „Die personalen Kompetenzen“ definiert und visualisiert. Das sind: Haltung (02.2.1.), Neugierde (02.2.2.), Empathie (02.02.3.), Beziehungsfähigkeit (02.2.4.), Liebesfähigkeit (02.2.5.), Respekt (02.2.6.), Werteorientierung (02.2.7.), Reflexionsfähigkeit (02.2.8) und Selbstkonzept / Rollenverständnis (02.2.9.). Jeder einzelne dieser (zwischen 2 und 4 Minuten langen) Clips eignet sich hervorragend als „Einstiegs-Film“ für eine Unterrichtsstunde oder eine Diskussion im Rahmen einer Fortbildung. Ebenso sind diese Beiträge eine gute Hilfe für ErzieherInnen, die ihre eigenen personalen Kompetenzen „auf den Prüfstand stellen“ wollen. Es sind durchweg bemerkungswerte Antworten und z.T. verblüffende Anmerkungen, die die Interviewpartner auf unsere Fragen gegeben haben.
| 03. Zur Qualifizierung - Wie kann man personale Kompetenzen erwerben? |
„Jetzt sind wir am Kern unseres gegenwärtigen Bildungssystems: Wir bräuchten ein Bildungssystem, dass davon ausgeht, dass die ErzieherInnen eingeladen, ermutigt und inspiriert werden, noch mal eine andere Erfahrung zu machen als bisher“. - Prof. Dr. Gerald Hüther
Wer seine personalen Kompetenzen weiter entwickeln möchte, wird sich vermutlich auch fragen, wie und wo kann ich sie erwerben? In diesem Kapitel haben wir AusbilderInnen von Ausbildungs-Institutionen, PraktikerInnen und unsere Experten dazu befragt. In zwei Unterkapiteln wird dabei der Fokus zunächst auf die Ausbildung (03.1.) und dann auf die Fort- und Weiterbildung (03.2.) gerichtet. Dabei wird deutlich: Es gibt durchaus Nachholbedarf, was die Qualifizierungs-möglichkeiten hinsichtlich der personalen Kompetenzen anbetrifft. Und scheinbar wird damit auch bestätigt, was Prof. Dr. Sell („... das ist eine „Black-Box“) u.a. anfangs (in Kap. 01.1.) behauptet haben. Damit bietet dieses Kapitel einen idealen Einstiegsbeitrag für eine lebendige Diskussion der Ausbildungsinhalte und gute Ansatzpunkte für dbzgl. Reformüberlegungen.
| 04. Kritischer Exkurs zur heutigen ErzieherInnen-Ausbildung - Kann man auf Vorrat klug werden? |
„Man kann nicht auf Vorrat klug werden!“ – Detlef Diskowski „Im vorigen Jahrhundert hat man das gedacht. Da glaubte man, das Hirn sei ein Fass, in das man Wissen einfüllt und dann kann man es zehn Jahre später wieder rausholen. Das ist hirntechnischer Quatsch“. - Prof. Dr. Gerald Hüther
Die Ausbildung der Erzieherinnen steht derzeit sehr stark im Fokus der Fachwelt. Es werden Reformen diskutiert und es gibt vermehrt kritische Beiträge, z. Bsp. von Detlef Diskowski (in „Betrifft KINDER“). Darin hat er sieben Thesen aufgestellt, um die Erzieherinnen-Ausbildung zu verändern und fordert u.a. mehr Praxisbezug, mehr exemplarisches Lernen. Er behauptet, dass Lernen auf Vorrat, wie es derzeit praktiziert wird, nicht wirklich funktioniert. Diese Kritik ist der Ausgangspunkt des Exkurses (04.1. „Lernen auf Vorrat – funktioniert das?“). In den zwei folgenden Unterkapiteln (04.2. „Wie könnte eine Reform der ErzieherInnen-Ausbildung aussehen?“ und 04.3. „Zum Verhältnis von Theorie und Praxis“) werden weitere wichtige Reformvorschläge diskutiert und spezifiziert. Die Aussagen der anderen Experten sind jedoch nicht weniger provokant und z.T. ziemlich „starker Tobak“, denn sie stellen mitunter unser gesamtes Bildungssystem in Frage. Mit diesem Exkurs wird die Diskussion über Bildung in Deutschland weiter angeregt werden. Für Schulen, die auf innovative Reformen setzen, liefert dieser Beitrag wertvolle Anregungen und hervorragende Argumentationshilfen.
| 05. Exkurs in die Neurobiologie - Wie gelingt Lernen am besten? |
„Ganz gleich ob Kinder oder Erwachsene lernen, wenn es erfolgreich sein soll, muss es bedeutsam sein, die tiefsten inneren Bedürfnisse treffen, nämlich wachsen und dazu gehören wollen“. - Prof. Dr. Gerald Hüther
Immer häufiger ist heute vom ganzheitlichen Lernen die Rede, vom Lernen mit Kopf, Herz und Hand. Trotzdem glauben viele Menschen immer noch, dass dies vornehmlich eine Angelegenheit des Kopfes sei. Zwar laufen in der Tat im Kopf, genauer gesagt im Hirn sozusagen die Fäden zusammen. Aber was passiert da genau? Wie sind eigentlich die Zusammenhänge? Welche Bedeutung hat das Herz, respektive das Gefühl, welche Rolle spielt die Hand bzw. das Tun? Von Praktikern, Ausbildern und vor allem von dem renommierten deutschen Hirnforscher Prof. Dr. Gerald Hüther, erhalten wir hier Antworten auf die folgenden zentralen Fragen: Wie gelingt Lernen am besten? Was sind die Grundvoraussetzungen für erfolgreiches Lernen? Und: Lernen Erwachsene anders als Kinder? Prof. Dr. Hüther spricht hier über die große neue Botschaft der Hirnforschung, die das bisherige Konzept von Unterricht, im Sinne von Vermittlung von Sachwissen in Frage stellt. Dieses Kapitel ist damit nicht nur für Ausbildungseinrichtungen von ErzieherInnen, sondern für a l l e Schulen besonders wertvoll.
| 06. Zur Eignung von Erzieherinnen |
„Ich glaube nicht, dass jede gute Schülerin auch eine gute Erzieherin ist und gehe da bis hart an die Grenze des Grundrechts auf freie Berufswahl". - Prof. Dr. Rainer Strätz
Wenn personale Kompetenzen unabdingbare Grundvoraussetzungen für den Erzieherinnen-Beruf sind, stellt sich die Frage, wie man feststellt, ob jemand für diesen Beruf geeignet ist oder nicht? Und was mit denen passiert, die diese Kompetenzen nicht mitbringen oder entwickeln können, also aller Voraussicht nach nicht geeignet sind? In diesem zwei-geteilten Kapitel wird im ersten Teil die Frage diskutiert „Wann ist man für den Erzieherinnen-Beruf geeignet - wann nicht?“. Unsere Experten, AusbilderInnen und PraktikerInnen berichten darin über Ausschlusskriterien und welche Möglichkeiten es gibt darauf zu reagieren, wenn jemand nicht für diesen Beruf geeignet ist. Im zweiten Teil („Wie kann man Eignung feststellen?“) wird ein von Prof. Dr. Heinrich Dauber und seinem Team an der Universität Kassel entwickeltes Projekt vorgestellt, bei dem es gelungen ist, die Eignung für den (Lehrer-)Beruf erfolgreich zu überprüfen. Es könnte ein Modell-Beispiel sein für die Eignungsfeststellung von ErzieherInnen und bietet damit den Ausbildungs-Institutionen für soziale Fachkräfte hervorragende Anregungen, gleichermaßen vorzugehen.
| 07. Fazit – Die Analogie zu den Kompetenzen der Kinder - Sich von den Kindern einladen, ermutigen und inspirieren lassen |
„Die Erzieherinnen und Erzieher sollten den Kindern mit den gleichen personalen Kompetenzen begegnen, mit denen ihnen die Kinder begegnen“. – Kurt Gerwig
Im letzten Kapitel weist der Filmautor auf eine verblüffende Analogie hin: Wer Kinder aufmerksam beobachtet, wird feststellen, dass sie bereits von Geburt an nahezu alle personalen Kompetenzen mitbringen, die wie anfangs dargestellt, auch von Erzieherinnen und Erziehern erwartet werden: Haltung, Neugier, Empathie, Beziehungsfähigkeit, Respekt. Damit finden wir in jedem Kind nicht nur einen noch weitgehend unverfälschten Schatz vor, den es zu bewahren oder besser weiter zu entwickeln gilt, sondern jedes Kind hält uns Erwachsenen damit auch einen Spiegel vor, der uns sagen soll: „Schaut genau hin wie ich euch begegne! Denn ich wünsche mir, dass ihr mir auch so begegnen möget“. Das scheint auf den ersten Blick sehr einfach zu sein. Bei genauerem hinsehen, wird aber deutlich, dass wir Erwachsene dafür sehr an uns arbeiten müssen, um zu diesen ursprünglichen und originären personalen Kompetenzen zurück kommen oder sie wieder erlangen zu können. Aber: Die Kinder zeigen uns den richtigen Weg. Es ist an uns, diesen mit ihnen zu gehen!
Einrichtungen, in denen für diesen Film gedreht wurde:
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