Rezension von Prof. Hilde von Balluseck in socialnet.
Rezensionen aus "TPS" 07/2011
Rezension von Doris Schalles-Öttl in BIBERNETZ
Pressemitteilung zum ErzieherInnenfilm
Voller Bürgerhaus-Saal bei Filmpremiere in Kaufungen

Voller Saal im Bürgerhaus Kaufungen. Über 400 Gäste kamen zur Filmpremiere und waren vom Film begeistert.
Die Premierenfeier in Kaufungen konnte erst mit einiger Verspätung beginnen, denn während man im Saal darauf wartete, endlich den Startknopf für die Präsentation drücken zu können, fuhren draußen immer noch viele Gäste um das Bürgerhaus-Areal, um nach einem Parkplatz suchen. Die 421 Gäste kamen nicht nur aus Nordhessen, sondern auch aus Mainz, Wiesbaden, Darmstadt und Göttingen, hatten also z. T. eine weite Anreise auf sich genommen, um zum ersten Mal den Film sehen zu können, den der Kaufunger Filmemacher Kurt Gerwig in den vergangenen acht Monaten produziert hat: „Erzieherin: Beruf oder Berufung?"
In dem Film geht es um die personalen Kompetenzen, nicht nur von Erzieherinnen, sondern von allen im pädagogischen Bereich tätigen Fachkräften, also auch um die der Lehrer. Das hört sich zunächst nach einem recht „trockenen" Thema an. War es aber überhaupt nicht! Der Film war fast so spannend wie ein „Tatort" und so gehaltvoll wie ein gutes Buch. Warum? Weil es hier darum geht, die Themen, die in unserer „Bildungsrepublik" zur Zeit heiß und kontrovers diskutiert werden, nämlich Bildungsinhalte und Schulreformen, Erzieherinnenmangel und Erzieherinnenausbildung, um einen neuen Aspekt zu ergänzen, nämlich um den der personalen Kompetenzen.
So waren im voll besetzten Saal dann auch überwiegend Frauen anzutreffen. Denen stellte der Filmautor zunächst die Personen vor, die im Film auch als Interviewpartner auftraten: Die Praktikerinnen Regina Güntheroth, Leiterin des ev. Kindergarten in Weidenhausen und Waltraud Gossmann, Leiterin des ev. Waldkindergartens in Kassel-Bettenhausen, die Ausbilder Eckehard Zühlke, Direktor des ev. Fröbelseminars in Kassel und Korbach und ebenfalls vom ev. Fröbelseminar, die Lehrerin Irmgard Herre, sowie Rosemarie Gögler, eine ehemalige Lehrerin der Berufsfachschule in Melsungen.
Prof. Dr. Gerald Hüther - Regisseur Kurt Gerwig | Star des Abends war Prof. Dr. Gerald Hüther, der renommierte deutsche Hirnforscher aus Göttingen, der bereits im Film den Finger in die „offenen Wunden" unseres Bildungssystems legte: „Im vorigen Jahrhundert hat man gedacht, das Hirn sei ein Fass, in das man Wissen einfüllt und dann kann man es zehn Jahre später wieder rausholen. Das ist hirntechnischer Quatsch".
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Auch bei der anschließenden Diskussion mit den Beteiligten des Filmes war es immer wieder still im Saal, wenn Prof. Hüther seine Statements abgab. „Wir sollten weniger quatschen und viel öfter einfach nur zuhören", rief er den Zuhörern zu und ergänzte, „...dass es nicht darauf ankommt, die Kinder und Auszubildenden ständig zu belehren, sondern dass man besser versuchen sollte, herauszufinden was die Kinder bewegt und das dann aufgreifen und zum Thema des Bildungsprozesses machen sollte".
Auf den Film gab es nicht nur viele positive Rückmeldungen, sondern auch konkrete Anregungen zur Verbesserung der Ausbildung von Erzieherinnen: z.B. den Wunsch nach mehr Supervision und die Forderung nach „mehr Männern in die KiTas". Theo Schäfer, der Leiter einer für diesen Bereich relevanten Expertengruppe des Hessischen Kultusministeriums, ebenfalls auf dem Podium, konnte dem zwar weitgehend zustimmen, aber dann doch keine konkreten Maßnahmen zur Veränderung in Aussicht stellen.

Eckehard Zühlke Prof. Dr. Gerald Hüther Kurt Gerwig Regina Güntheroth Theo Schäfer
Dem Vorschlag einer Erzieherin, die ein Film-Zitat von Detlef Diskowski vom Brandenburger Ministerium für Jugend , Familie und Sport aufgriff und dafür plädierte mehr Anteile der Ausbildung in die Praxis, also in qualifizierte KiTas zu verlegen, begegnete Eckehard Zühlke, der Direktor des Ev. Fröbelseminars in Kassel und Korbach, naturgemäß sehr skeptisch, wenn gleich er sich dennoch für eine größere Verzahnung von Theorie und Praxis aussprach.
Regina Güntheroth, seit 30 Jahren in der Kindergartenpraxis tätig, berichtete aus eben dieser und bekräftigte die im Film erhobene Forderung, „dass es mehr um die personalen Kompetenzen, also z.B. um Empathie, Neugier, Beziehungsfähigkeit und dgl. gehen sollte und nicht nur um das Fachwissen, denn die personalen Kompetenzen sind das eigentliche „Werkzeug" einer guten Erzieherin" und viele im Saal stimmten ihr zu.
Nach der Diskussion wurde dann noch ein von Prof. Hüther zur Verfügung gestelltes Buch („Wie aus Kindern glückliche Erwachsene werden") versteigert. Das ergab einen Spendenbetrag von 421 Euro, den Kurt Gerwig auf 500 Euro aufrundete und für die von der Flutkatastrophe in Pakistan betroffenen Menschen auf das Konto der Diakonie Katastrophenhilfe überwiesen hat.
Nach 95 Min. Film und einer Stunde Diskussion ging gegen 22:30 Uhr ein Abend zu Ende, den viele KiTa-Teams aus der Region als Fortbildung in eigener Sache genutzt haben. Mit viel „Input" ging die Abreise dann aber erfreulicherweise etwas schneller vonstatten, als die Anreise. Mehr Infos zu dem neuen Film von Kurt Gerwig gibt es unter www.paedagogikfilme.de
HNA - Interview mit Prof. Gerald Hüther

HNA - Ankündigung Premiere























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